bugatti: Vom Mantel zur Lifestylemarke
Es begann mit einem Telefonbuch der Modestadt Mailand: Klaus-Jürgen Möller, Marketingchef der Firma Brinkmann, ließ sich das Verzeichnis schicken, um einen italienisch klingenden Namen für eine neue Modelinie des Unternehmens zu finden - und entdeckte ihn ziemlich weit vorne in dem Buch: Man einigte sich auf den ebenso klangvollen wie eingängigen Namen bugatti. Nachdem die Marke am 26.5.1978 beim Patentamt eingetragen war, werden in Herford die ersten fünf bugatti Mäntel entwickelt. 1981 bereits kommt der Marktdurchbruch durch die ersten bugatti Steppmäntel. In den Folgejahren erfolgt der konsequente Ausbau der Marke - zunächst mit Freizeitkleidung, dann mit der Travel-Kollektion mit Hosen, Gürteln, Taschen und Schirmen. Der bugatti Farb-Mix ermöglicht es, die einzelnen Teile frei miteinander zu kombinieren. 1991 werden Lizenzen für Schuhe vergeben, in den Folgejahren für zahlreiche weitere Produkte wie Hemden, Strickwaren, Krawatten, Gürtel, Socken und Jeans. Die bugatti Kollektion wächst durch eigene Entwicklungen wie die 1992 erstmals vorgestellte Sakko-Linie, aber auch durch Lizenzvergaben an kompetente Partner.
Von Bekleidung zum Lebensstil
Um die Marke beim Verbraucher zu etablieren, findet bereits 1983 das erste bugatti Event im Hause Hettlage, Düsseldorf statt. Im Jahr 2007 waren es über 100 bugatti Events. Die Endverbraucherwerbung in Zeitschriften startet 1984. In den 90er Jahren wird bugatti von einer reinen Herrenbekleidungs- zu einer Lifestylemarke erweitert. Die Lizenzvergaben für Taschen und Gepäck sowie Wäsche und Frottierwaren, Kleinlederwaren, Schirme, Heimtextil und Schlafsysteme ermöglichen es den Kunden, ihr Lebensumfeld mit bugatti zu gestalten.
Innovation ist Programm
Der Vertrag mit Gore-Tex stellt 1988 den Beginn einer konsequenten Entwicklung dar, die von bugatti und der Brinkmann Gruppe bis heute verfolgt wird: den Einsatz innovativer Materialien in modischer und funktionaler Bekleidung. Exemplarisch hierfür steht neben den Gore-Tex-Produkten das temperaturausgleichende Outlast-System aus der Weltraumforschung. Mit Fresh-Concept-Ausrüstung bestehen 2001 bugatti Anzüge bei Günther Jauch in seiner Sendung Stern TV den ultimativen Härtetest. Sehr erfolgreich wurde 2004 Bekleidung mit Nano-Protection eingeführt, einem neuartigen Fleckenschutzsystem mit wirksamen Schutz vor Öl, Staub, Schmutz und vielem mehr. Ab 2006 sorgte die Jacke mit eingebauter Heizung für Furore. Mit einem aktiven Ventilationssystem in Jacken namens „Active AirCondition“ wird die Entwicklung in Richtung Funktion in 2007/2008 fortgesetzt.
bugatti international
Mit den neunziger Jahren beginnt die Internationalisierung der Marke bugatti: 1990 werden die Markenrechte für die Benelux-Länder übernommen, 1998 folgen Großbritannien und Finnland. Im gleichen Jahr wird in Prag der erste bugatti Shop im Ausland eröffnet.
Eine Vereinbarung mit dem VW-Konzern, der mittlerweile die Rechte an der Automarke Bugatti übernommen hatte, ermöglicht ein Jahr später die Erweiterung der Export-Märkte unter anderem um Italien und Frankreich. Im Jahr 2000 entscheidet bugatti sich auf der renommierten Modemesse Pitti Immagine UOMO in Florenz zu präsentieren. Mit mittlerweile über 50% Exportanteil und Präsenz der Marke in über 60 Ländern der Welt von Kanada über China bis Australien ist bugatti heute ein echter Global-Player.
bugatti: Marke der gehobenen Mitte
Dass sich der Griff zum Mailänder Telefonbuch vor über einem Vierteljahrhundert bewährt hat, zeigt der Erfolg der Marke von bugatti: Ihre Bekanntheit stieg seit 1984 von sechs auf über 50% in der deutschen Bevölkerung. Bei den Topverdienern liegt sie sogar nahe 60%. Heute macht bugatti knapp ein Drittel des Gesamtumsatzes der Brinkmann Gruppe von 242 Millionen aus. Hinzu kommen permanent wachsende bugatti Umsätze der 15 Lizenznehmer. Klaus Brinkmann, geschäftsführender Gesellschafter der Brinkmann-Gruppe: „Unsere nationalen und internationalen Partner profitieren von der modischen Kompetenz und Preis-/Leistungsstärke einer bekannten Marke im mittleren bis gehobenen Preissegment.“
bugatti investiert in Marke und Fläche
Eine „vertikale Revolution“ vollzieht sich bei bugatti in Richtung Flächenexpansion. Shop-in-Shop-Flächen mit Partnern bis hin zu bugatti Stores sind Vorraussetzung für Wachstum, ist man sich bei bugatti sicher. Die Wandlung vom Hersteller zu handelsorientiertem Denken stellt dabei das gesamte Unternehmen vor Herausforderungen. Mit heute über 500 Flächen bei Partnern im In- und Ausland befindet sich diese Strategie auf erfolgreichem Wege. Auf internationalem Parkett eröffnete 2007 der erste bugatti Store in Canberra, Australien, sowie ein weiterer in Ufa, Russland, fünf in Polen, drei in China, einer in Oman und ein Store auf Sylt. In 2008 wurden bisher in Deutschland Stores in Warnemünde, Essen, Iserlohn und Lübeck eröffnet. Für dieses Jahr sind weitere Projekte geplant, und zwar in Russland (Moskau/Samara, Rostov), Tschechien (Prag), Polen (Warschau) und China. Rechtzeitig zu den olympischen Spielen sind bugatti Stores in Peking, Shenyang, Shenzhen und Beichen eröffnet worden. Danach werden fünf weitere folgen, zum Beispiel in Changchun, Shenyang und Peking.
Für die nächsten Jahre hat man sich ein ehrgeiziges Programm auferlegt. Mindestens 150 neue Shopflächen sollen zusammen mit Handelspartnern eröffnet werden. Ende 2008 wird es mindestens 22 bugatti Stores geben, in den Folgejahren sind weitere 15 Stores jährlich angestrebt. Schließlich soll der Bereich Retail innerhalb der nächsten fünf Jahre mit mindestens 20% zum bugatti Gesamtumsatz beitragen.